BELLA VISTA

Der neue Klettersteig auf die Hohe Leier, ein Gemeinschaftsprojekt des Alpenvereins Spittal / Ortsgruppe Seeboden-Lieserhofen mit dem Jägerbataillon 26, ist vollendet.

Im Jahr 2000 wurde durch die Alpenvereins-Ortsgruppe Seeboden-Lieserhofen der Sektion Spittal Drau die Idee geboren, in der Reißeckgruppe, nahezu vor unserer „Haustüre“, einen Klettersteig zu errichten.

Ino Bodner, selbst Gipfelstürmer und Touristiker, gab mit seiner Initiative, diesen Anstieg auf die Hohe Leier zu errichten, die Initialzündung für ein Gemeinschaftsprojekt, das seinesgleichen sucht. Die touristische Überlegung, das Alpinangebot der Ferienregion Millstätter See um einen attraktiven Klettersteig zu erweitern, aber auch die bergsteigerische Überlegung, in nächster Nähe dieser Bergsportvariante zu frönen, waren ausschlaggebend.

Mit seinen 2774 m, ist die Hohe Leier der höchste Gipfel im Kranz der Berge rund um Spittal und den Millstätter See. So bietet es sich förmlich an, hier einen in unserer Region noch fehlenden, anspruchsvollen Klettersteig zu errichten. Von Beginn an begeistert von der Idee war der „Leiermann“ Sepp Leyrer. War er es doch, der vor 17 Jahren die Errichtung des Gipfelkreuzes auf der Hohen Leier initiierte.

Auch beim Vorsitzenden der ÖAV Sektion Spittal Drau Dr. Arnold Riebenbauer, fiel die Idee für dieses Projekt auf fruchtbaren Boden und so wurde es auch vom Sektionsvorstand des ÖAV Spittal für gutgeheißen.

Nun galt es nur mehr die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen und das nötige Kleingeld aufzutreiben und vor allem einen Partner zu finden, der das Projekt schließlich in die Tat umsetzt. Die rechtlichen Voraussetzungen konnten dank des großen Einsatzes des Vorsitzenden Dr. Arnold Riebenbauer rasch geschaffen werden. 

Einen verlässlichen und kompetenten Partner fand man mit den Soldaten des Jägerbataillons 26 unter Kommandant Obstlt. Ferdinand Klinser, der sich ebenfalls sofort bereit erklärte, mit seinen Heeresbergführern im Rahmen der Kaderausbildung den „eisernen“ Anstieg auf diesen herrlichen Aussichtsberg zu errichten.

Unter der Führung von Heersbergführer Stwm. Hans Enders haben nun Spittaler Heeresbergführer und Soldaten rund 1100 Meter Stahlseil verarbeitet und rund 350 Klebebohrhaken gesetzt. Dank der hohen Professionalität der Spittaler Gebirgsjäger konnte der anspruchsvolle Anstieg über den Westgrat der Hohen Leier in nur vierwöchiger Bauzeit errichtet und damit konnte wohl ein von vielen Alpinisten unsere Region schon lange gehegter Bergsteigerwunsch erfüllt werden.  

Die finanziellen Voraussetzungen für dieses aufwändige Projekt haben unzähligen Sponsoren geschaffen. Die Hauptlast der Finanzierung hat hier die Sektion Spittal übernommen. Aber auch die Schwestersektionen und die Anrainergemeinden wie Spittal, Seeboden, Lendorf, Lurnfeld, Reißeck und Trebesing waren bereit, im Sinne der Tourismusförderung, ihren Obolus zu leisten. Auch Reißeckbahnbetreiber Tauerntouristik Kaprun hat sich mit einem namhaften Betrag eingestellt.. 

Für unsere Touristen und Bergsportbegeisterten steht nun für die Zukunft ein Klettersteig zur Verfügung, der seinem Namen „Bella Vista“ – „Schöne Aussicht“ alle Ehre macht.


Verlauf

Ausgangspunkt für eine Besteigung ist die Bergstation der Reißeckbergbahn in 2250 m Höhe. Anfangs geht es über den Weitwanderweg 510 in Richtung Roßalmscharte, dann laut Hinweisschild links ab zum Einstieg in den wild zerklüfteten Leier-Westgrat nahe der Mühldorferscharte in 2450 m Höhe (ca. 1 Stunde Gehzeit). Hier geht es gleich zu Beginn einmal annähernd senkrecht hoch. Wer diese unter „schwer“ gestufte Einstiegsphase schafft, kann weitermachen, denn viel schwieriger wird es nicht mehr, sehr wohl aber ausgesetzter. Rund 330 Höhenmeter sind im Fels zu bewältigen, um in etwa 2,5 Stunden zum Gipfelkreuz in 2774 m Höhe zu gelangen.

Art
durchgehende Sicherung mittels Stahlseil, wenige Tritthilfen

 
Eine Gesamtübersicht über alle verfügbaren Klettersteige in Kärnten gibt es HIER.