Ein GPS auf einem nackten Strassenmotorrad zu verwenden kann manchmal problematisch sein. Es gibt keine serienmäßigen Halterungen. Um mein Garmin® GPS12 Map trotzdem beim Motorrad fahren zu benützen habe ich eine Halterung für Enduros umgebaut.

Mein erster Versuch

Mein erster Versuch verlief viel versprechend. Eine einfache provisorische Montage zeigte, dass der Empfang prinzipiell funktioniert und dass die Anzeige auch während der Fahrt gut lesbar ist.

Die erste Halterung bestand aus:

Die Halterung wurde mit Gummizügen (Gepäckspinnen) auf dem Tank fixiert. Kein Kandidat für einen Designpreis, aber es funktioniert.

Eine etwas professionellere Lösung

Alle kommerziell hergestellten Halterungen sind nur für die Montage auf den 12mm starken Verstrebungen von Enduro-Lenkern ausgelegt. Sie haben auch ein Aussehen, das dem Gelände-Charakter dieser Motorräder entspricht. Auf meinem Motorrad war auch kein Platz auf dem Lenker, ohne dass nicht eines der Instrumente verdeckt worden wäre. Schlussendlich entschied ich mich für die Halterung von Touratech®.

Sie ist für den Geländeeinsatz gebaut und hat auch die für 12mm Streben gedachte Schelle als einzige Befestigung. Die Stabile Auflage ist durch Gummipuffer gedämpft gelagert. Absolut Einzylinder-tauglich aber für meine Anwendung nicht ohne Umbau brauchbar.

Ich verfolgte den Ansatz, die gesamte Konstruktion bis auf die Befestigung zu verwenden. Ein Keil aus Aluminium anstelle der Schelle und eine Standplatte am anderen Ende des Keils halten das Gerät in angenehmem Abstand und Winkel.

Die endgültige Halterung

Aus ästhetischen Gründen habe ich die gesamte Halterung schwarz eloxieren lassen.

 Der Standfuß ist in eine Matte aus Cordura eingenäht, in der sich auch sehr starke Magnete (aus Festplatten-Linearmotoren) befinden. Ähnlich einem Tankrucksack hält die Halterung auf dem Tank. Für Motorräder mit nichtmagnetischen Tanks (Alu, Kunststoff) sind an der matte vier Steckschnallen zur Befestigung mit Gurten aufgenäht. Nochmals Entschuldigung an den armen Sattler, der sich seine Finger und Maschinen beim Versuch, die Magnete einzunähen fast ruinierte.

Die Stromversorgung des GPS erfolgt über das Bordnetz. Ein Stecker an der Vorderseite des Tanks (nahe am Lenklager) erlaubt eine einfache Trennung der Verbindung. Damit gibt es auch keine Probleme beim Tanken.

Nach einem Test bei kleinen Ausfahrten in der Gegend habe ich im Mai 2000 die Einsatztauglichkeit bei einer vierwöchigen Fahrt durch Korsika bestätigt. Das GPS ersetzt nicht die gedruckte Karte, ist aber eine nützliche Hilfe, wenn der Verkehr keine dauernden Stopps zulässt, um sich auf der Karte zu orientieren. Bei trübem Himmel (ohne Schatten und wenig natürlichen Orientierungshilfen) irgendwo in Italien in der Po-Ebenen ist es angenehm genau zu wissen, wo man ist. Am Abend hilft auch die beleuchtete Anzeige.


Infos, Anregungen, Ideen: Bitte eine Mail -- Letzte Aktualisierung 2005-01-04