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Afrikareise - Marokko 2010 Im Juni 2009 habe ich einen gebrauchten Mercedes Benz 1735 (3 Seitenkipper) als Basis für mein neues Wohnmobil angeschafft. Nun, nach sieben Monaten, ist mein Expeditionsmobil fast fertig, und ich kann endlich meine Probefahrt nach Afrika antreten.
An Sonntag Vormittag fahre ich vom Gewerbegebiet Tulbing bei kalten minus 8 Grad Richtung Süden. Erster Stop bei Guntramsdorf, um die kleinen Räder mit 6,5 bar zu befüllen, da ich erstmals mit Reisegewicht fahre (etwa 12 Tonnen - aus Zeitmangel hab ichs nicht mehr auf die Waage geschafft) . Bei leichtem Schneefall kann ich bei bei der Ausfahrt St. Andrä nicht vorbeifahren, und entschließe mich kurzer Hand Verena und Wolfi einen Abschiedsbesuch zu erstatten. Nach einer Kaffeepause schauen sich die beiden mit einem Maßstab bewaffnet mein Wohnmobil an. Mit dem Ergebnis, daß Verenas Planungsmaße ziemlich identisch sind und ausgezeichnet für Ihr mobiles Haus passen. Am Montag Früh kaufe ich im Lagerhaus in St.Andrä eine Kette zur Diebstahlsicherung meines Reserverades und der Sandbleche, dann gehts weiter Richtung Genua, damit ich rechtzeitig die Fähre nach Tanger erreiche, die am Di 26.1.2010 nach afrikanischem Zeitverständnis "pünktlich" um 15:45 Uhr (anstatt 14:00) ausläuft. 2 Tage am Schiff sind für Gina schon sehr lange, weil das Deck eigentlich viel zu klein ist für ihre schnellen Haxerln. Sie hat sich sehr schnell mit den Afrikaner an Bord angefreundet und so spielen sie gemeinsam "Plastikflaschenfußball.
Die Einreise war kein Problem und schon nach ca. einer Stunde nach der Landung habe ich das Hafengelände verlassen, nachdem ich Heidi an Bord genommen habe, die geduldig seit 9 Uhr Früh auf meine Ankunft wartete. Zuerst gehts in einen Supermarkt, wo ich ein mobiles Internetmodem erstehe, Heidi kauft noch ein paar Lebensmittel ein. Leider ist es schon dunkel und ich fahre deshalb nur bis zum nächsten "bewachten" Parkplatz bei Asilah, wo wir Marco treffen, den ich an Bord der Grandi Navi kennengelernt habe. Heidi bereitet unser erstes a la carte Abendessen; Lammkotelett mit Couscous und Salat in der neuen Küche. Dazu gibts ein gekühltes Stiegl !
Bin jetzt über Thuraya Satellitentelefon 008821 651152856 überwiegend spät morgens und abends erreichbar, auch SMS können jederzeit gesendet/empfangen werden , Meine rot markierten Reiseziele auf der Marokko - Karte:
Am frühen Vormittag schauen wir uns die Medina von Asilah an, bevor wir weiter Richtung Fes fahren. Die Stadt ist besenrein und sehr gepflegt, man kann kaum glauben ein paar tausend Kilometer südlich von Wien so einen sauberen Ort zu finden. Fes liegt zwischen dem Rif Gebirge und dem mittleren Atlas in einer Seehöhe von etwa 400m, hier die Landschaft rund um Fes. Fes ist die älteste Königsstadt in Marokko, sie wurde 789 gegründet und war damals eine der wichtigsten Handelsmetropolen mit hunderten prachtvollen Caravanserein . Große Bedeutung haben auch die vielen Handwerksbetriebe, die auch heute noch vorwiegend Keramik- und Lederprodukte erzeugen. Hier lernen wir unsere ersten wahren Freunde kennen, die sich in Laufe des Marokkoaufenthaltes vervielfachen. Die Händler bieten uns zu "billigsten" Preisen ihre Waren an, und nur weil wir so gute Freunde sind bekommen nur wir einen so günstigen Preis. Und diese billigen Preise stellen sich dann als fünf bis zehnfach teurer heraus, als der Marokkaner für die Waren bezahlen würde. Unser Guide ist sichtlich enttäuscht, weil wir keinen, der so günstigen Teppiche kaufen.
Wir fahren etwa 50 km südwestwärts nach Meknes, eine weitere, der vier Königsstädte.
Natürlich verbringen wir wieder viele Stunden in der Medina, wo wir ausgezeichnete Bonbons und orientalische Gewürze kaufen. Da die "Standln" sehr klein sind, weichen einige Fleischhacker auf die Gehwege aus. Nach vier Tagen in den zwei Königsstädten übernachten wir, drei Kilometer von VOLUBILIS entfernt, auf der Wiese eines Bauernhofes.
Die Römer waren es, die um das Jahr 25 die Stadt unter Juba II. gründeten. In der Blütezeit wohnten 10.000 Menschen in der von 40 ha Ölbäumen umgebenen Stadt. Sehenswert ist unter anderem der gut erhaltene Triumpfbogen, einige Bäder, sowie mehrere schöne römische Mosaike.
Nur 2,5 km von Volubilis entfernt, liegt Moulay-Idriss, an einem steilen Berghang. Die Stadt wurde im Jahr 788 errichtet und ist für Marokkaner eine wichtige Pilgerstadt, die nach drei Pilgerfahrten den Hadj nach Mekka ersetzen soll.
Im Sonnenschein genießen wir einen Espresso und beobachten das Treiben auf dem großen Platz der Medina. Für die steilen und engen Gassen gibt es nur ein einzig geeignetes Transportmittel, das durch die moderne Technik nicht sobald ersetzt werden kann.
Für Heidi ist der Urlaub schon wieder zu Ende, und ich bringe sie auf den Flughafen von Tanger, wo sie über Paris nach Wien fliegt. Ich fahre bis Mohammedia, das liegt etwa 40km nördlich von Casablanca, und verbringe 2 Tage hier am Campingplatz Ocean Blue , um Wäsche zu waschen und einige Arbeiten am Wohnmobil fertig zu stellen, die sich vor der Abfahrt nicht mehr ausgingen. Außerdem arbeite ich einige Verschlüsse der Küchenkasterln nach, die bei starken Bodenwellen nicht gehalten haben.
Dank Helga, die sich ausgezeichnet um meine Post und die Containervermietung kümmert, bin ich immer am Laufenden, und kann meine Kontobewegungen kontrollieren und Überweisungen per Mausklick tätigen. Natürlich aktualisiere ich meine Homepage. Ja, so arbeite ich in meinem mobilen Büro viertausend Kilometer von der Heimat entfernt, dafür bei angenehmeren Temperaturen ! Ich bin schon ganz ungeduldig, und er zieht mich, durch eine wunderschöne Landschaft, weiter in den Süden.
In Essaouira verweile ich zwei Tage, bevor ich mit meinem Expeditionsfahrzeug die ersten Pisten entlang der Atlantikküste unsicher machen werde. Eigentlich wollte ich mich am Montag mit Sabine und Hannes in Marrakesch treffen, aber durch einen Navigationsfehler bin ich Essaouira gelandet. Am Sonntag Abend telefoniere ich mit Hannes und erkläre ihm, daß ich am Montag nicht in Marrakesch sein kann, weil ich in Essaouira gelandet bin. Und weil die Welt so klein ist, sagt er mir, er ist 20 km von Essaouira entfernt am Campingplatz. So setzte ich mich in meinen Mercedes und erreiche nur mit Hilfe meines Navigationsgerätes nach eineinhalbstündiger Fahrt den Campingplatz. In Afrika gib es nämlich Straßen, die es gar nicht gibt - laut Karte! Wir trinken ein kühles Stiegl und genießen den Abend bis in die Morgenstunden und plaudern über Marokko. Hannes ist ein Marokko Spezialist, er fährt schon über zehn Jahre hier her und kennt jede Sanddüne. So bekomme ich sehr gute Tipps bezüglich Einkaufsmöglichkeiten und natürlich abgelegene Pisten. Am nächsten Morgen, nein Mittag fahre ich nochmals in die Stadt Essaouira. Sie hat ein ganz besonderes Flair, alleine schon deshalb, weil man nach wie vor Aussteiger, wie Hippies mit Rasterlockenhaartracht und alten, selbst umgebauten Mercedes Wohnmobilen trifft. Berühmte Künstler wie Bob Marley, die Rolling Stones, Jimi Hendrix lebten hier bzw. in der Umgebung. Und es hat auch nicht lange gedauert und mir wurden Rauchwaren und Koks angeboten. Ich habe gerade noch widerstehen können, und mich dann für einen frischen Minztee entschieden. Am Nachmittag landen die Fischer mit ihren Booten am Hafen und es gibt ein tolles Angebot an frischen Meeresgetier. Da kommen auch die Katzen und Möwen nicht zu kurz ! Ich kaufe natürlich Fisch für das Abendessen, zwei große Stücke um umgerechnet nicht einmal 2 Euro.
Das Angebot an Kunsthandwerk, wie Bilder, Lampen, Holzschnitzereien, Teppiche, uvm. ist sehr groß, und mit ein bisschen Verhandlungsgeschick und Geduld kann man auch günstig einkaufen. So erstehe ich nach fast zwei Stunden Verhandlungsarbeit 2 kleine Teppiche um DH 250 (etwa 22 Euro), anstatt DH 1400,. . Hannes und Sabine haben mir den Tipp gegeben, nicht die Bundesstraße Richtung Agadir zu nehmen, sondern gleich mal eine Piste entlang des Atlantiks zu befahren. Und ich werde mit der Wahl der Route mit einer sehr schönen Landschaft belohnt.
Nachdem ich mein Wohnmobil bei Stefans Offroadtrucks-Treffen im Herbst 2009 im Gelände gestestet habe, bin ich schon auf die Fahreigenschaften im Sand gespannt. Zufälligerweise ist die Piste auch auf meinem Navi als Straße dargestellt und somit ist es eine leichte Übung diese Piste auch zu finden. Da das Gelände sehr steil in eine Schlucht absinkt, beschließe ich den Weg zuerst zu Fuß zu erkunden, weil ich zwar sicherlich den Abhang herunterfahren kann, wenn ich jedoch umkehren müsste, hab ich keine Chance das 13 Tonnen schwere Wohnmobil den Hang bergauf zu fahren. Gina hat sichtlich Spaß im Sand und fetzt Vollgas durch die Dünen.
Beim Überqueren dieser Schlucht, in der auch noch ein Bach durchfliest, kann ich sofort sehen, dass dieser Weg unmöglich befahrbar ist. Es handelt sich hier um einen Eselspfad, die Spuren im Sand sind der Beweis dafür.
Also zurück auf die Straße und weiter südwärts Richtung Agadir. Wie mir Peter dankenswerter Weise per Mail mitgeteilt hat, befindet sich etwa 20 km nördlich von Agadir ein Campingplatz, wo ein Händler günstige Fotovoltarikpaneele verkauft. Auf der Hauptstraße zeigt ein Schild "links 300m Camping Atlantica Parc". Beim Einbiegen in die Zufahrtsstraße bekomme ich schon einen dicken Hals, weil eine Unzahl von Pensionisten mit ihren kleinen "Schlecksihunden" im Arm am Weg vom Strand zum Campingplatz sind. Und ich sehe hunderte EU Kennzeichen auf den Plastikwohnmobilen, die mit F beginnen - sofort ist mir schon klar, dass ich mich hier nicht wohlfühlen werde. Ganz Marokko ist verseucht von Franzosen und hier dürfte das größte Nest sein. Hier sieht es aus, wie auf einen Campingplatz in Frankreich oder Spanien, und ich fahre nicht nach Afrika, um mich mit diesen spießigen Europäern zu ärgern. Während ich mir die Preisliste an der Rezeption ansehe, kommt schon ein Aufseher und teilt mir mit, daß hier Leinenpflicht herrscht. Mein erster Eindruck, als ich in die Zufahrtsstraße eingebogen bin, hat mich nicht getäuscht. Am Weg zum Womo, daß ich vor dem Campingplatz abgestellt habe, treffe ich ein deutsches Ehepaar mit einer 2 Jahre jungen, schwarzen Labradorhündin und plaudere ein bisschen, während Gina ihren Spaß mit ihrer neuen Freundin hat. Vor dem Campingplatz befindet sich auch das Geschäft mit den Solarpaneelen. Unter den vielen Einzelstücken, finde ich auch vier passende, um meine Fotovoltarikanlage auf 600 W zu erweitern. Die Module sehen gebraucht, aber ok aus, der Preis etwa der halbe Neupreis, wie in Österreich. Ich beschließe in dieser Nacht wild zu Campen, dafür habe ich schließlich ein 4x4 Wohnmobil, und fahre über einen Schotterweg auf einen nahegelegenen Berghang, genieße die Aussicht auf den Atlantik, trinke eines meiner letzten Stiegl´s und überarbeite meine HP. Am Dienstag kommt Helmut mit dem Flieger an und ich hole ihm am Flughafen in Agadir ab. Weil es die letzten Tage ausgiebig und lange geregnet hat, sind viele Straßen bis zu einem halben Meter überflutet, teilweise sind Brücken so stark überflutet, dass sie unpassierbar sind.
Wir bleiben einen Tag in Agadir und beschließen trotz angeblichen Unwetterwarnungen am Donnerstag in die Berge nach Tafraout zu fahren, weil dort am Wochenende zum zweiten Mal das Mandel - Festival mit Afrikanischer Musik stattfindet. Gut, dass ich meinem Wohnmobil große Reifen mit einem Durchmesser von 1,2 Meter verpasst habe. Wie erwartet sind die Straßen, und vor allem die Brücken in dem Bergigen Gelände nach den Unwettern in einem miserablen Zustand. Teilweise behindern herab gefallene Steinbrocken die Durchfahrt, Brücken sind überschwemmt und Strassen teilweise gefährlich löchrig.
Der Regen hat aber auch seine guten Seiten und schenkt der Landschaft viel Grün.
Ziegen sind äußerst gute Kletterer, hier der unglaubliche Beweis:
Nur 6 km von Tafraout entfernt befinden sich die "Painted Stones", große Felsbrocken, die von Künstlern bemahlt wurden.
Vor dem Festivalbeginn bummeln wir durch die, in 1000 m Seehöhe liegende, Stadt Tafraout.
Weiter geht es nach entlang der Atlantikküste Richtung Süden. In Sidi Ifni können wir nur auf einer kleinen Brücke den Fluss überqueren, da die Brücke der Hauptverbindungsstrasse nicht befahrbar ist - siehe Bild ! Am Markt kaufen wir Gemüse und Eier ein, um für die bevorstehende Pistenfahrt entlang der Atlantikküste in Punkto Verpflegung gerüstet zu sein.
Unser Erstes Ziel ist das Fort Bou Jerif, das wir über eine Piste, die durch eine grüne Steppe führt erreichen. Die Überquerung des normalerweise zentimetertiefen Flusses ist für uns kein Problem, ein Toyota Landcruiser muss leider umkehren, da die Wattiefe des serienmäßig ausgestatteten Fahrzeuges hier nicht ausreicht.
Wir trinken im Restaurant einen Espresso, der umgerechnet stolze 2 Euro kostet, und beschließen weiterzufahren und einen Stellplatz an der Atlantikküste aufzusuchen. Am Weg dorthin kommt uns ein Bayrischer Mercedes 1317 entgegen und wir erzählen Wolfgang und Brigitte, dass das Campen beim Fort Bou Jerif mittlerweile verboten ist, weil der gierige französische Betreiber des danebenliegenden Restaurants und Campingplatzes großes Business machen will - wir waren die einzigen Gäste und sind nach dem teuren Kaffee gleich wieder abgezischt. Wir treffen die Beiden Bayern am Strand des Plage Blanche , wo wir einen Tag verbringen und beschließen gemeinsam die Piste am Hochplateau entlang des Strandes zu befahren. Von einem deutschem Ehepaar, die mit ihrem blauen Magirus aus den sechziger Jahren und drei Hunden bis Senegal gereist sind, und auf dem Rückweg nach Deutschland sind, erfahren wir, dass man auf der Grenze kein Visum für Mauretanien bekommt, sondern nur mehr auf der Botschaft in Rabat. Die Einreise und auch der Aufenthalt in Mauretanien war kein Problem, sie hatten nicht den Eindruck, dass es in Mauretanien gefährlich ist. Sie berichten außerdem, dass man in Mali kostenlosen Schutz des äußerst höflichen Militärs bekommt, auch einzelne Allradfahrzeuge werden promt begleitet. In Senegal sind die Leute, wie überall in Afrika sehr freundlich, nur die Polizei und das Militär sollen sehr korrupt sein, indem sie Reisende aufhalten, Papiere ansehen und dann wegen angeblichen Schnellfahren abkassieren. Schon nach einem Kilometer müssen wir einen Fluss queren, was für unsere Fahrzeuge kein Problem darstellt. Ein Marokkaner will die Piste, mit einem alten VW Bus befahren . Er kommt zwar mit Schwung durch den Fluss, die steilere und komplett gatschige Piste kommt er nicht rauf. So schleppe ich den Bus etwa 800 Meter wie einen nassen Fetzen durch den Schlamm. Der Marokkaner hat ein großes Grinsen m Gesicht und verspricht uns am Rückweg frische Fische zu schenken.
Nach kurzer Zeit kommen die Ersten Sanddünen zum Vorschein. Nachdem ich keine Erfahrung im Sand habe taste ich mich "langsam" vor und rausche die teilweise steilen Dünen rauf. Macht reichlich Spaß, bis ich ein schmales Dünenstück rauf fahre, und das 12 Tonnen schwere Spielzeug seitlich wegrutscht und starke Querlage bekommt. Und jetzt ist schaufeln und blechen angesagt - gut das Helmut bei mir "all inklusive " gebucht hat ! Nach nicht einmal einer Stunde steht mein Womo auf ebenen Sand und Gina muss ihr Sonnenbad abbrechen.
Weil der Tag so schön ist und wir noch nicht genug erlebten, zerlegt Helmut und Wolfgang das rechte Hinterrad, um einen neuen Schlauch zu montieren - der alte hat den Geist aufgegeben, während ich ein Tagine zum Abendessen koche. (Übrigens dies ist die 2. Reifenpanne - die 1. hab ich letzte Woche in Agadir gehabt, und um umgerechnet 21 Euro reparieren lassen). Nachdem es schon 17 Uhr 30 ist beschließen wir hier gleich zu lagern und die Nacht zwischen zwei Kamelherden zu verbringen.
In Tantan lasse ich den defekten Schlauch um umgerechnet 4,50 Euro reparieren. Ich bin auf der Suche nach einem Meditel Shop, um das mobile Internet verlängern zu lassen, doch leider funktioniert es hier nicht mehr. Ich sehe ein Computergeschäft und probiere dort mein Glück. Morchid, der Besitzer, spricht englisch, und ich kaufe eine marokkanische Sim-Karte für mein Handy. Morchid hat das Geschäft nebenbei, er ist Hauptberuflich Lehrer für Philosophie. Es ist sehr nett und lässt mich mit seiner schnellen Internetverbindung meine Homepage aktualisieren. Heute ist Freitag, der 26.Februar 2010, hier hat es tagsüber angenehme 34°C im Schatten, Gina hat keine Probleme mit den Temperaturen, sie ist lebendig wie immer und will dauernd Steckel holen, der einzige Unterschied ist der hohe Verbrauch (Wasser). 95 km südlich von Tantan, gleich nach der Polizeikontrollstation, tanke ich erstmals 561 Liter Diesel um 2.920 DH - 5,20 DH/Liter (etwa Euro 0,43 / Liter), GPS Koordinaten: N 28°10,470' , W 11°52,921' . Nach zwei Wochen, die viel zu schnell vergehen bringe ich Helmut wieder zum Flughafen in Agadir. In Tarazout lerne ich Stefan und Sarah aus Potsdamm kennen, und wir verbringen einige Wochen am Surfstrand , genießen unser "scheiß Leben" und das Nichtstun in der Sonne. Wir fahren gemeinsam mit Naima ins Paradies Valley, besuchen den Wasserfall bei Immouzer und eine Grotte auf fast 1800m Seehöhe.
Ich verabrede mich mit Eva aus Klosterneuburg, die mit ihrem Mann Adrian und einem Landrover in Marokko unterwegs ist, und wir beschließen gemeinsam die Piste durch den Qued Draa von Mhamid nach Foum Zguid zu fahren. Diese Woche wird mir wohl wegen einigen Unannehmlichkeiten in guter Erinnerung bleiben. In Agadir tanke ich 300 Liter und nach dem Bezahlen, als ich zwischen den Zapfsäulen zu meinem Auto will, stoße ich mit dem Kopf frontal gegen die Werbtafel, die in nur 1,8m Höhe angebracht ist. Mit eine große Beule auf der Stirn und Schädlbrummen fahre ich etwa 350km bis ins Draa Tal, wo ich zwischen Palmen den Abend ausklingen lasse. Am nächsten Morgen, während ich gerade die Scheiben, die von Ginas Schnauze total verdreckt sind, reinige, fährt ein grüner MAN von der Straße runter, und bleibt in 30m Entfernung bei mir stehen. Chris, Anja und Lucy aus dem Schwabenland, die schon fast ein Jahr unterwegs sind erzählen mir von ihrer interessanten Reise. Wir sind uns gleich sympathisch und so beschließen wir mit drei Fahrzeugen die Pistenfahrt zu unternehmen. Übrigens hat auch Chris eine ausgezeichnete Homepage, wo er seine Abenteuer veröffentlicht: www.hildeevo.de
In Zagora treffen wir dann Eva und Adrian, die in einer Pension übernachten, während Chris, Anja und ich am Campingplatz die Nacht verbringen. Wir sind schon sehr gespannt, welche Abenteuer wir auf unserer Wüstenfahrt erleben. Die Piste ist sehr abwechslungsreich und führt uns über Steinfelder, ausgetrocknete Seen und Sanddünen bis knapp an die Algerische Grenze. Da wir eine Nacht im Dünengebiet verbringen wollen, suchen wir am späten Nachmittag nach einem ruhigen Lagerplatz. Doch nach einigen Minuten stellen wir fest, dass in nur 50m Entfernung Beduinen ein Touristenlager aufbauen. Kaum zu glauben, dass man in einem so großen Gebiet nicht wirklich alleine ist. So verlegen wir unseren Lagerplatz um einige hunderte Meter westwärts.
Beim Verlassen meines Womos muss ich leider feststellen, dass der Aufbau an der Hinterachse fast die Räder berührt. Sofort bemerke ich, dass die rechten Federn bis auf ein Blatt gebrochen sind. Ich danke Allah, dass wenigstens das 1. Federpaket gehalten hat, sonst hätte sich die gesamte Hinterachse aus dem Rahmen herausgerissen. Als Erste Soforthilfemaßnahme trinken wir ein kühles marokkanisches Bier. Da ich einen Teil meiner Werkstattausrüstung im Fahrzeug mitführe, beginnen wir sofort mit der provisorischen Federnreparatur. Wie schon bei meiner Iranreise, wo Mike als Schweißprofi an meiner Auspuffanlage mit Erfolg tätig war, habe ich auch diesmal einen gelernten Mechaniker, nämlich Chris mit im Team. Adrian, Chris und ich bocken zuerst das Heck des 12 tonnenschweren Benz mit 2 Hydraulikwagenheber auf. Adrian ist ganz überrascht, als ich das Notstromaggregat anwerfe und den Schweißinverter Chris zum zusammenschweißen der Federblätter überlasse. Wir arbeiten bis spät in die Nacht. Nach dem Ablassen der Wagenheber sind wir schon gespannt, ob die Federn halten werden. Uns es sieht gut aus ! Aber nur einige Sekunden, dann brechen die Federn auseinander und wir sind wieder "am Start". Adrian, der schon viele Kontinente bereist hat, tröstet uns mit einem Glas exzellenten Schottischen Whisky, und sagt noch vor dem Schlafengehen: "dont worry and dream from your broken springs, we will repair the truck tomorrow". Uns so falle ich saumüde ins Bett und schlafe tief bis am nächsten Morgen. Beim Frühstück sind alles putzmunter, bis auf Chris, er hat sich nämlich die ganze Nacht den Kopf zerbrochen, wie wir die Reparatur ohne Fremdhilfe durchführen können. Und hier das Ergebnis nach dreistündiger Arbeit:
Ich habe den Unterfahrschutz auseinadergeflext und zwischen Hauptrahmen und Federblatt gelegt. Chris hat dann die beiden Bauteile miteinander verschweißt und mit Spanngurte fixiert. Und es hält ! Wir können weiterfahren. Nein doch nicht, weil an Chris MAN das linke Vorderrad verdächtig wenig Überdruck im Reifen hat. Also Rad runter, Felge zerlegen, Reifen demontieren und einen neuen Schlauch rein. Jetzt ist es 13 Uhr, und wir setzten unsere Fahrt fort. Wir wollen heute unbedingt bis zur nächsten Ortschaft kommen, die etwa 90 km entfernt ist. Einige Male bleiben wir stehen, um die Spanngurten, die meine Hinterachse mit dem Rahmen starr verbinden, nachzuziehen. Obwohl die Hinterachsfederung jetzt überbrückt ist, und die Abfederung aller Stöße die Hinterräder, wie bei einem Traktor übernehmen, ist der Truck gut fahrbar. Es ist spät nachmittags, und wir sind nur mehr etwa 20 km (etwa eineinhalb Stunden) vom Tagesziel entfernt, da pfeift Luft aus dem rechten Vorderrad. Jetzt ist zur Abwechslung bei meinem Womo eine Schlauchreparatur angesagt.
Nach fast eineinhalb Stunden Unterbrechung setzten wir die Fahrt fort und erreichen im Dunklen Foum Zguid. Am nächsten Morgen fahre ich fast ganz entspannt 350 Kilometer Richtung Agadir, wo es eine Spezialwerkstätte für LKW Federn gibt. Nicht ganz entspannt deshalb, weil mich seit zwei Tagen starke Zahnschmerzen plagen. Natürlich versuche ich zuerst die defekten Federn in ein er Werkstätte in Ait Melloul reparieren zu lassen. Am Montag Vormittag fahre ich mit Jupp, der im Vorjahr seinem Wohnmobil einen maßgeschneiderten Tank einbauen ließ, zu der Spezialwerkstätte. Schon am Sonntag Abend habe ich meinen Lieferanten, die Firma Truckparts und Kratoschka in Österreich Emails geschrieben, um die Ersatzteilpreise und Lieferzeiten zu erfahren. Schon Montags Früh habe ich detaillierte Angebote erhalten. Nach kurzer Zeit findet sich ein Marokkaner ein, der sich sehr bemüht meine Vorstelllungen, wie die Reparatur durchgeführt werden soll, zu übersetzten. Das Wechseln beider Federn, dass etwa 5 Stunden Arbeit für 3 Mechaniker beansprucht kostet umgerechnet 100,- Euro. Ich will mir die Federn aus Österreich schicken lassen, dies stellt sich aber als ein großes Problem dar, weil ich angeblich an die Adresse der Werkstätte keine Waren schicken kann. Laut Auskunft des Werkstättenbesitzers Omah gibt es keine Adresse für seine Werkstätte. Sieht ganz so aus, als möchte mir Omah lieber Federn seines Lieferanten einbauen. Nach eineinhalbstündigen Verhandlungen beschließe ich die Reparatur für umgerechnet 900,- Euro durchführen zu lassen. Omah will Federn von Volvo einbauen. Am nächsten Morgen um 10 Uhr bin ich dann, wie verabredet bei Omah. Blitzschnell arbeiten 3 Mechaniker an meiner Hinterachse und nach einer etwa Stunde ist das von Chris sehr gut geschweißte Provisorium entfernt und das linke Federpaket demontiert. Omah setzt sich in seinen Wagen und besorgt die Federblätter. 2 Stunden später ist Omah zurück und beginnt das defekten Federpaket zu zerlegen. An diesem Federpaket sind von 8 Federn 7 gebrochen, nur die 1.Feder ist zwar im Ganzen, aber stark deformiert. Diese 1. Feder richten die Mechaniker im kalten Zustand aus, um sie wiederzuverwenden. Sogar ich als Elektroniker weis, dass man Federstahl nicht so einfach kalt ausrichtet und dann wieder montiert. Sofort versuche ich Omah zu erklären, dass diese Federblatt durch ein Neues ersetzt werden muss, dieser beharrt aber auf seine afrikanische Reparaturmethode und schwört mir bei Allah, dass ich ewige Garantie habe und dies auch hält. Die Garantie Allahs ist mir aber für Europa zu gering und so lasse ich den Reparaturversuch abbrechen und Chris Provisorium wieder einbauen. Zwischenzeitlich habe ich über 1.500 km mit der nichtgefederten Hinterachse, die mit 2 Spanngurten das Abheben des Fahrgestelles von dieser verhindert, gefahren, und werde amit auch bis Österreich kommen. Der Zahnarzt in Agadir ist mit den modernsten Geräten Ausgestattet und hat Karies unter eine 16 Jahre alten Brücke festestellt, und die von mir verschriebene Antibiotikatherapie bestätigt. Repariert wird zu Hause ! Chris und Anja haben ihre Eltern für zwei Wochen nach Marokko eingeladen. Sie wollen Ihren Eltern Marrakech zeigen, wir beschließen am Osterwochenende gemeinsam zu fahren. Die Route führt durch das wunderschöne Atlasgebirge. Werner, Anjas Vater fährt mit mir mit, da ich ja den Beifahrersitz frei habe. Kurz vor Marrakech bemerke ich ein lautes Zischen, dass von der rechten Seite aus tönt. Ich schaue auf die Druckmanometer der Bremsanlage, diese bewegen sich nicht, was einen Defekt an dem Druckluftsystem der Bremsen ausschließen lässt. Sofort halte ich mein Wohnmobil an. Und wieder einmal hat sich ein Schlauch verabschiedet und ich zähle die sechste Reifenpanne. Arbeitgewand anziehen, Werner streckt sich die Ärmel hoch und wir wechseln gemeinsam den Schlauch des Vorderrades. Nach eineinhalb Stunden Arbeit gehts weiter und wir erreichen vor Anbruch der Dunkelheit Marrakech. Am Abend fahren wir mit dem Taxi in die Innenstadt, um auf den "Freßstandln" ausgezeichnet zu dinieren. Sonntag besuchen wir die Koranschule, für einen Abschluß aber zu kurz ;) . Bei angenehmen Temperaturen schländern wir durch die Gassen, dem Handwerksviertel, sehen Bettler, Gaukler und sogar einen Schlangenbeschwörer ... .
Auf dem Weg von Marrakech nach Agadir fährt ein anscheinend betrunkener Marokkaner mit seinen Dacia Logan in die linke Seite von Chris MAN . Spiegel, Seitenverkleidungen fliegen durch die Luft, der Lenker biegt links ab, hat anscheinend die Kollision nicht einmal bemerkt. Chris macht das einzig richtige und fährt weiter. In Afrika ist nämlich immer der Europäer schuld am Unfall, und dann gib es viele Zeugen, die minütlich mehr werden. Chris, Anja und ihre Eltern fahren ins Haus nach Agadir und ich auf die Platte zum Wildcampen nach Tarazout. Ich lerne Hubert und Veronika kennen , die mit ihrem Mercedes 1017 - Wohnmobil schon seit vielen Jahren den Winter in Marokko verbringen, und schon unzählige Pistenkilometer gefahren sind. Beim Plaudern am Lagerfeuer fällt mir gleich Huberts Begeisterung und kulturelles Wissen über Andalusien auf. Wir beschließen, nach fast dreimonatigem Aufenthalt in Marokko, gemeinsam zwei Wochen in Andalusien zu verbringen. Zuerst geht es aber gemeinsam mit Chris und Anja nach Tiznit, wo wir Silberschmuck einkaufen und dannach für zwei Tage nach Mirleft , wo wir gemütlich Espresso trinken, und am Strand abhängen.
Wir verabschieden uns von Anja und Chris, die fahren weiter in den Süden, und wollen uns mit unseren Solarhändler um 14 Uhr auf der Platte in Tarazout treffen. Während Hubert seinen Mercedes waschen lässt, kaufe ich noch Aganöl ein, und bin schon um etwa 13:30 in Tarazout auf der Platte. Dort angelangt sehe ich zwei neu aufgestellte Campingverbotsschilder. Oje, anscheinend beim Rückwärtsfahren stoße ich aus Versehen ein Schild um. Schon nach kurzer Zeit kommt ein marokkanischer Obstverkäufer vorbei und ist davon begeistert, dass die Tafel nun daliege. Ein zweiter sehr unfreundlicher Mann ist anderer Meinung und will zu den Gendarmen gehen, die in 100m Entfernung auf der Hauptstrasse Autos anhalten, um mich anzuzeigen. Um Diskussionen zu vermeiden fahre ich sofort weiter in den Ort, und genehmige mir eine Portion frischen Fisch, um umgerechnet 1,50 Euro . Um etwa 14:30 bin ich wieder zurück auf der Platte, wo schon Hubert und sein Geschäftspartner im Verhandeln sind. Ich habe einen anderen Solarlieferanten, der trifft zehn Minuten später ein, und wir schließen unsere Geschäfte ab. Dannach fahren Hubert und ich ins Bananendorf, um fürs Abendessen einzukaufen. Gina lasse ich in meinem Wohnmobil, und Veronika wartet unter einem Aganbaum. Am späten Nachmittag kommen wir dann vom Einkaufen zurück. Veronika ist ganz aufgeregt, weil fast ein dutzend bewaffnete Gendarmen, Militär, und auch der unfreundliche Marokkaner rund um mein Auto versammelt sind. Ich will gleich weiterfahren, da ertönt das Lieblingsinstrument der Gendarmen, nämlich das Pfeiferl. Ich stelle den Motor ab und gebe den Gendarmen meinen original Reisepass und den Zulassungsschein meines Wohnmobiles. Ich frage, ob es ein Problem gibt und der Beamte erklärt mir, dass ein deutschsprechender Kollege auf dem Weg hierher ist. Nach etwa 30 Minuten ist dieser Kollege vor Ort und erklärt mir, dass ich die Tafel mit meinem Mercedes niedergestoßen habe. Ich streite natürlich jede Beschuldigung ab, jedoch befinden sich Kratzspuren der Tafel an meiner Anhängervorrichtung. Natürlich kann es möglich sein, dass mein Mercedes die Tafel umgestoßen hat, immerhin hat man beim LKW keine direkte Sicht nach hinten. Wir besichtigen die umgestoßene Tafel, die Gendarmen machen Fotos von der liegenden Tafel. Hubert beschwichtigt auf Väterlicher Weise die Beamten, und will die Situation beruhigen. Der deutschsprechende Gendarm schreibt meine Aussage und die des unfreundlichen marokkanischen Zeugen, der sich als Parkplatzwächter herausstellt, in Schneckenschrift sauber in sein kleines Büchlein. Er erklärt mir, dass ich ein großes Problem habe, weil ich die Tafel umgestoßen habe. Ich sage ihm, dass das kein großes Problem ist, wenn ich die Tafel wirklich umgestoßen habe, kann ich diese ja wieder aufstellen. Zu den vielen Beamten kommen jetzt auch noch drei Vertreter der Kommune vorbei, um den Schaden zu besichtigen. Es sind jetzt etwa zweieinhalb Stunden vergangen und die Amtshandlung ist voll im Gange. Jetzt kommt auch ein Spezialist der Spurensicherung, der mit Einweghandschuhen bewaffnet eine Probe der Lackspuren an meiner Anhängervorrichtung entnimmt. Nun wird auch noch mein, von der Deutschen Bundeswehr stammender Reifen mit Farbe bestrichen, und ein Abdruck auf einem A4 Papier, dass für das große Reifenprofil viel zu klein ist, gemacht. In der Zwischenzeit stellen vier Beamte das Hinweisschild wieder auf. Jetzt muss ich mit aufs Kommissariat nach Tarazout. Ich bewaffne mich mit einer Flasche Österreichischem Rotwein, die ich in einem Plastiksackerl verstecke. Am Kommissariat angelangt, muss ich auf der "Verbrecherbank" Platz nehmen. Ein Gendarm sitzt vis a vis von mir, und gibt nun das Protokoll in den Computer ein. Ein Zweiter, etwas stärkerer, junger Beamte sitzt neben mir am Schreibtisch und blättert in einem Ordner hin und her, mit einem Auge beobachtet er mich. Manfred Deix könnte von den Visagen ein dickes Album malen. Hubert setzt sich neben mich, und ich überlege, wann der richtige Zeitpunkt zur Übergabe meines Geschenkes sein könnte. Und dann stelle ich mir und Hubert noch die Frage, wem soll ich die Flasche Rotwein übergeben, man bedenke, dass ich hier in einem muslimischen Land bin, wo striktes Alkoholverbot herrscht. Ein etwas älterer Beamte, der wohl schon kurz vor dem Ruhestand steht, stellt sich als Kommandant heraus. Sein Äußeres Erscheinungsbild verrät, dass er vermutlich doch dem Alkoholkonsum nicht abgeneigt ist. Gerade ist der "Beamtenverkehr" nicht so groß und ich nütze die Gelegenheit, um die Rotweinflasche zu übergeben. Der Gendarm, der vis a vis am Computer sitzt erklärt mir mit Mimik und Gestik, dass er doch keinen Alkohohl trinkt und das Geschenk nicht annehmen kann. Ich versuche ihm zu erklären, dass das Geschenk für alle hier sei, und jeder einen "petit" Teil davon bekäme, und das auch gut sei. Er weist aber mein Geschenk zurück. Ich versuche es dem Kollega neben mir zu geben, dieser bekommt hochrote Ohren und deutet mir, ich solle die Flasche unter seinem Schreibtisch stellen. Kurze Zeit später ruft mich der Kommandant in sein Büro und will wissen, wo meine Versicherungskarte ist. Ich erkläre ihm, dass in Österreich alle zugelassenen Automobile eine permanente Versicherung haben, und zeige auf die Genehmigungsnummer im Zulassungsschein. Ich muss wieder Platz nehmen und sehe sofort, dass die Flasche unter dem Schreibtisch verschwunden ist. Jetzt schickt der Kommandant Hubert mit meinem Reisepass und dem Zulassungsschein in ein Geschäft, um je zwei Fotokopien anfertigen zu lassen. Das Treiben im Gebäude wird ruhiger, die sichtbare Anzahl der Beamten geringer. Wo sind die wohl alle hin ? Hubert kommt zurück vom Copyshop und der deutschsprechende Gendarm übergibt mir meine Dokumente mit den Worten " Sie können jetzt gehen, und ich wünsche Ihnen eine gute Fahrt ". Ich antworte: "Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Abend", und Hubert und ich verlassen nach insgesamt etwa vier Stunden das Kommissariat. Veronika hat in der Zwischenzeit einen ausgezeichneten Eiersalat gezaubert, und so stillen wir unseren Hunger im Wohnmobil, nur einige Meter vom Gendarmerieposten entfernt. Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz schieße ich noch dieses Foto:
Wir fahren zügig Nordwärts, kaufen in Essaouira noch Mitbringsel ein. Weiter gehts über Marrakech und Rabat nach Ceuta. Der Grenzübertritt ist problemlos. Der Zöllner, der einen deutschen Schäferhund als Drogenspürgerät einsetzt, interessiert sich nur für Gina und ist begeistert, weil sie schwarz ist. Er kontrolliert unser Auto nicht. Die Überfahrt mit dem Schnellboot kostet 170 Euro und um 19:45 kommen wir gut in Spanien an. Andalusien >Spanien< Auf der Autobahn ist dann noch eine Totalsperre von Militär und schwer bewaffneten Polizisten, die anzunehmender Weise nach Rauschgift suchen. Im Zickzack müssen wir im Schritttempo zwischen fünf Polizeiwagen vorbeifahren.
Nach einem Cafe Solo mit freiem Internetzugang besuchen wir in Sevilla die Mosche, die von den Katholiken im 15.Jhdt. zur Kathedrale mit dem Giralda-Turm, der 97m in der Höhe misst, umgebaut wurde. Es ist gerade die Feria de Abril voll im Gange, und die Andalusier feiern in ihren Traditionellen Tracht bis in die Morgenstunden. Die Reichen fahren mit Ihren Kutschen zum Festgelände, und natürlich auch in die Arena, um den Tanz der Toreros mit den Toros anzusehen.
Eines der beeidruckendsden Bauwerke Andalusiens ist die Mezquita in Cordoba . Die rund 22.400m2 große Moschee, deren Baubeginn 875 war, hat eine Länge von 175 Meter und eine Breite von 128 Meter. Sie zählt zu den Weltgrößten Moscheen. Das damalige Minarett ragte 23,5 Meter in die Höhe.
Hubert zeigt mit das bekannteste Gemälde von den Spanischen Maler Juan de Valdes Leal , daß im Consento de las Carmelitas den Aliasaltar schmückt. Die Alhambra in Granada wurde von den Nasriden als befestigte Stadt im 13. Jhdt. erbaut. Die Stadtschlüssel wurden 1492 den Christen übergeben. Karl der V. ließ dann neben Nasridenpalästen seinen eigenen, nicht so prachtvollen Palast erbauen. Jetzt verbringe ich noch einige Tage im Naturschutzgebiet Sierra de Cabo de Gata, und genieße die Sonne und das Meer, bevor ich die 3.000 km weite Heimfahrt antreten werde.
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